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Reisebericht

Kapstadt
- Garden Route … bis nach Namibia (Folgeberichte)

Kapstadt wird wirklich nicht umsonst als einer der schönsten Weltmetropolen der Welt bezeichnet. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich, einmalig. Man muss es erlebt haben! Der Blickfang – der Tafelberg, die Waterfront, das Meer, die unterschiedlichen Landschaftsbilder, das wuselige und doch gemütliche Leben …

Du kommst das erste Mal in Kapstadt an, kennst dich nicht aus und bist als Selbstfahrer unterwegs. In der Regel stellt dies kein Problem dar. Du fällst soundso ein wenig auf. Langsames Fahren, die Strassenkarte unterhalb der Nase und versuchst irgendwo einen Strassennamen ausfindig zu machen; aber du findest nirgendwo ein Strassenschild. Wie der Zufall es will: Es ist scheinbar immer Jemand in deiner Nähe, der weiterhilft oder dich gar direkt zu deiner Unterkunft eskortiert.Am wenigsten Gedanken brauchst du dir machen, wenn du mit K’s Special Tours unterwegs bist. Du wirst am Flughafen Kapstadt empfangen und brauchst dich von der ersten Sekunde an um gar nichts kümmern oder dir Gedanken machen, da alles organisiert ist. Während der Fahrt wird dir diesbezüglich schon ganz schnell bewusst, dass du richtig gehandelt hast – ein Wirrwarr an Verkehr und das noch links (gerade wenn man noch nie links, also mit einem rechtsgesteuerten Auto gefahren ist). Es wird chaotisch gefahren. Vor allem die Sammeltaxis für die farbige Bevölkerung lässt einen schon die Arme über den Kopf werfen. Mir kommt das Bild von den drei Affen (nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen) in den Sinn. Die ersten Eindrücke lassen dich bereits jetzt schon nicht zu Ruhe kommen. Der lange Flug und das Warten bei der Passabfertigung sind bereits schon vergessen. Sehr früh in Kapstadt angekommen, gibt es bereits eine erste Stadtrundfahrt, Fahrt zum Signal Hill, um einen Blick auf die unter einem liegende Stadt Kapstadt zu werfen. Im Rücken hast du den Lion’s Head und noch ein Stückchen weiter den Tafelberg. Die Sonne scheint von der Devil’s-Peak-Seite in die Stadt rein und beleuchtet den Tafelberg. Die Gondelbahn fährt. Und da kommt ein Flugzeug über Blouberg Strand/Table View reingeschwebt. Noch eine kleine Drehung, und das Flugzeug setzt seinen Sinkflug zur Landung am Flughafen fort. Effektiv nimmst du deine Landung und Ankunft in Kapstadt aus einem anderen Blickwinkel nochmals war. Ja! Es ist kein Traum! Du befindest dich tatsächlich in Kapstadt. Der Urlaub hat begonnen.
Wir fahren langsam vom Signal Hill runter in die City. Auf einmal fahren wir inmitten einer Villengegend. Schwuppdiwupp liegt diese auch schon hinter uns und wir befinden uns in der Kloof Street. Hier wird ein Stopp eingelegt. Es geht zum zweiten Frühstück. Die Begrüssung vom Restaurantpersonal ist noch ein wenig schläfrig aber sehr freundlich. Die Auswahl auf der Speisekarte ist umfangreich. Nun, was nimmt man zu sich? Wir entscheiden uns doch für eine Kleinigkeit, Café Latte und einem Gläschen Sekt. In der Kloof Street reiht sich ein Restaurant an das andere. Verschiedene Geschäfte befinden sich dazwischen. Hier findet man unter anderem einige In-Lokalitäten.
In unserer Unterkunft angekommen, werden wir von Günther und Martin begrüsst. Zwei, die erst vor Kurzem das B&B übernommen haben; noch etwas zurückhaltend. Aber über die Minuten hinweg lockert sich jeder dem anderen gegenüber. Man kommt immer mehr ins Plaudern und erfährt schon wieder die nächsten Highlights, die gerade so in Kapstadt passieren.
Bis zum späten Nachmittag haben wir Zeit für uns; im Grunde genommen wollen wir aber schon gleich auf Erkundigungstour gehen. Müdigkeit? Sie zeigt sich einfach nicht. Das wird wohl ein wenig später kommen. Die Zeit bis zur Abholung um 16:00 Uhr verging wie im Fluge. Wir haben nur das Nötigste ausgepackt, da wir doch ein wenig lazy geworden sind, alles auszupacken. Es ist auch egal. In 1 ½ Tagen geht es eh weiter. Es lohnt sich sozusagen gar nicht, alles auszupacken.
Die V&A Waterfront.
Jeder, der uns in Deutschland davon berichtet hatte, hatten wir schon mit etwas crazy abgestempelt, da dieser Ort immer und immer wieder genannt wurde. Es sei gleich vorweggenommen. Wir landeten tatsächlich Tag für Tag während unseres Kapstadtaufenthaltes an der Waterfront. Ein schönes Erlebnis war die Live-Band Riverboat Jazz Band bei Ferryman’s (die älteste Brauerei am Platze). Ausser Lola (Sängerin und Gitarristin) sind die restlichen Bandmitglieder in einem guten Ruheständleralter. Aber! Die Energie, die diese Leutchen verbreiten. Der Einklang der zwischen den Mitgliedern und ihrer gemeinsamen Musik steckt ist überwältigend. Von deren Körperhaltung hat man zwar das Gefühl, dass sie gelangweilt bei der Thematik dabei sind. Aber nein. Jeder Handgriff, Takt sitzt. Die V&A Waterfront hat einfach ihr Flair.
Kap der Guten Hoffnung wird heute angesteuert. Die Fahrt geht über Sea Point in Richtung Camps Bay. Auf dieser Wegstrecke kommt einem eine Villa nach der anderen entgegen. Es wird gebaut, renoviert ohne Ende. An Camps Bay Beach steht ein Lkw hinter dem anderen. Bei genauer Betrachtung stellen wir fest, dass ein ganzes Team wegen Filmaufnahmen den Strand in Beschlag genommen hat.
Die Zwölf Aposteln liegen zur linken Hand und bilden die rückwärtige Wand von Camps Bay. Der Verlauf der Victoria Street schlängelt sich immerwährend fort. In Llandudno machen wir einen ganz kurzen Halt; es gilt das Schiff in Hout Bay nach Seal Island zu erreichen. Nach knapp einer Stunde sind wir wieder mit dem Bus über den Chapman’s Peak Drive unterwegs. Die Strecke ist bemerkenswert. Vor allem gilt unsere Aufmerksamkeit der Technik, die nach dem verheerenden Unfall vor einigen Jahren, zum Einsatz kommt, die wiederum die geforderte Mautgebühr nur verständlich macht. Wir haben immer wieder einige Haltepunkte, um zu fotografieren. Die Landschaft verändert sich von Minute zu Minute. Bei der Cape Point Ostrich Farm erfahren wir alles über die Zucht vom Strauss. Die Erläuterungen erfolgen auf Deutsch. Somit gibt es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Schliesslich fahren wir am Tor zum Nature Reserve Cape of Good Hope durch. Es sei explizit erwähnt, dass Tiere keinerlei Zutritt zu jeglichen Nature Reserves haben; auch wenn sie im Fahrzeug bleiben.
Die Landschaft und die Eindrücke sind einfach atemberaubend und lassen sich in Worte gar nicht so recht fassen.
Wir fahren weiter nach Simon’s Town und machen einen kurzen Stopp bei den Pinguinen in Bolder’s Beach, um anschliessend gleich noch auf den Jubliee Square das Denkmal von Just Nuisance, der einzigste Hund der Welt, der einen Teil der Geschichte der Royal Navy prägte, zu besuchen. Simon’s Town ist total von der Marine und Seefahrt geprägt. Ein gemütlicher und doch etwas wuseliger Ort, der heute vorrangig durch die Pinguin-Kolonie seinen Zuspruch von Touristen erhält.
In Kalkbay, ein Fischerort an der False Bay Küste, nehmen wir einen Nachmittagstrunk zu uns und stellen fest, dass dieses Örtchen scheinbar sämtliche Antiquitäten angesammelt hat, die es zu finden gilt. Die Heimreise zur Unterkunft wird angetreten. Wir haben Glück mit dem Verkehr. Die Stau-Party hält sich auf der Gegenfahrbahn, Kapstadt auswärts, auf.
Für den heutigen Ausflug wurde uns empfohlen, ein ordentliches Früh-
stück zu uns zu nehmen. Am Abend wussten wir auch warum. Über die N1 verfolgen wir den Streckenverlauf nach Paarl, 50 Kilometer nordöstlich von Kapstadt gelegen. Paarl gehört zu den drei ältesten gegründeten Siedlungen in Südafrika. Unser erster Halt ist auf dem Weingut Seidelberg mit der „Red Hot Glas“-Werkstatt, die individuelle Glasartikel produziert. Wir besuchen das „Afrikaanse Taalmonument“ und bekommen einen weiteren Grundstock der Südafrikanischen Geschichte mit. Die Fahrt geht weiter in Richtung Klein Drakenstein zum Weingut „Ashanti“. Hier angekommen fühlen wir uns von der Landschaft nach Tirol versetzt. Die Lichtverhältnisse und die Bergkette, die sich im Hintergrund befindet sind atemberaubend. Es geht wieder ein kleines Stückchen der Wegstrecke zurück, um in Avondale für eine Führung und Weinprobe Halt zu machen. Heather begrüsst uns nachdem sie den Springbrunnen eingeschalten hat. Da verrät sie auch schon ihr erstes Geheimnis: Sie würde zu gerne, wenn der Chef über den Brunnenbereich geht, die Pumpe einschalten.
J
Die Stimmung steigt. Wir werden immer lockerer. Bei Helmut Wilderer angekommen geht es gleich mit härteren Getränkeproben zur Sache. Helmut war der erste lizenzierte Destiller in der Region. Seine Brände sind einmalig und sehr empfehlenswert. Draussen im Gartenbereich sitzend fühlst du dich wie in eine andere Welt versetzt. Die weite Fläche der Weinstöcke, die das Grundstück einrahmen, ganz weit nach hinten die Berge. Langsam macht sich doch ein wenig der Hunger bemerkbar. Wir verabschieden uns von Helmut und fahren nach Backsberg rüber. Es gibt Lamm vom Spies und einen schönen Schoppen Merlot im Garten unter grossen, alten Bäumen.
Am späten Nachmittag sind wir in Franschhoek – das „Französische Eck“, das 1688 von den Hugenotten gegründet wurde, die in Frankreich wegen ihrer protestantisch-calvinistischen Überzeugungen verfolgt wurden. Der Ausblick vom Pass auf das Tal ist einmalig. In Charmonix gibt es ein weiteres Winetasting. Boschendal wird kurz für ein Photo-Shooting angesteuert. Auf der weiteren Reise steuern wir Dombeya Yarn Farm an. Ein Geheimtip, wo nicht die Masse an Touristen hinkommen. Von hier aus geht es über die N2 wieder in Richtung Kapstadt zur Unterkunft. Wir kommen heiter, mit vielen Eindrücken vom Tag und leicht müde zurück.
Am nächsten Tag werden wir mit unserem Gepäck um 08:30 Uhr abgeholt. Über die N2 und R44 geht die Reise nach Kleinmond. Unsere nächste Station bevor wir die Garten Route Tour antreten.

Für heute verabschieden wir uns. Der Folgebericht kommt …